Mamas Schal

„Es sollte verboten sein, dass Mamas sterben“, flüstert Otis.
Papa stimmt zu. Ich stimme zu, alle stimmen dem wohl zu. In „Mamas Schal“ hat Otis seine Mama und Papa seine Frau verloren. Sie sind traurig. „Wo ist Mama jetzt?“, fragt Otis. Papa weiß es auch nicht genau und zusammen überlegen sie, wo Mama jetzt sein kann. Vielleicht in Pisa und isst ein Eis? Vielleicht reitet sie auf einem Dinosaurier? Oder vielleicht ist sie auf einer Reise zu einem Ort, den Otis und Papa nicht kennen. Aber vergessen werden sie Mama niemals!
In „Mamas Schal“ geht es um den Tod eines Elternteils. Mit klaren Bildern und kindgerechter Sprache erzählt Autorin Joana Dürnberg von Tod und Trauer und regt an, sich mit den Themen Tod und Trauer aktiv auseinanderzusetzen. Das Buch soll Trauer erfahrbar machen und sie zu verarbeiten, ist das Ziel des Buches. Dürnberg gibt eine konkrete Anregung, wie man sich als trauernde Person mit dem eigenen Kummer auseinandersetzen kann – mit Hilfe einer Erinnerungswand, mit gemeinsamen Geschichten und dem Erinnern. Dennoch ist das Buch keines, dass einfach mal als Gute-Nacht-Geschichte hervorgeholt werden sollte, ich habe selber beim Lesen laut geweint. Es ist auch eines der wenigen Bücher, das ich noch nicht mit meinen Kindern gelesen habe und es auch erst einmal nicht tun werde.
Das Buch eignet sich zur Aufarbeitung eigener Verluste und kann durch die kurzen und einfühlsamen Texte auch gut mit kleinen Kindern gelesen werden. Ein Buch für jeden, der bereits einen geliebten Menschen verloren hat.
Info:
»Mamas Schal«
Autorin: Joana Dürnberg
Verlag: minedition, 2024