One of the Good Ones

One of the Good Ones

Kezi hatte ehrgeizige Zukunftspläne, die beste Uni, ihr Green Book-Projekt. Auf ihrem erfolgreichen YouTube-Kanal hatte sie sich gegen Rassismus und für die Rechte Schwarzer Menschen eingesetzt. Sie war, da sind sich viele einig, eine von den Guten. Da kommt Kezi an ihrem 18. Geburtstag bei einem Polizeieinsatz zu Tode, als sie sich bei ihrer ersten Demo für eine Mitstreiterin einsetzen wollte.

Kezis Schwestern, ihre Partnerin und ihr bester Freund brechen zu einem Roadtrip durch die USA auf, sie wollen Kezis Green Book-Projekt nachvollziehen und für sich Trauerarbeit leisten. Das Green Book dient dabei der Gruppe als Reiseführer, der in der Zeit der Jim-Crow-Gesetze Schwarzen Menschen half, ohne Anfeindungen, Angriffe, Diskrimierungen zu essen, zu übernachten, zu tanken. (Die Beschreibungen der angesteuerten Orte wecken auch bei uns Interesse, diese weitestgehend Forgotten Places auch einmal zu besuchen.)

Aus der Sicht immer wechselnder Personen wird (auch über mehrere Generationen hinweg) ein detailliertes Bild der Geschehnisse entwickelt. Das liest sich spannend wie ein Krimi – und durch eine überraschende Wendung wird das Buch tatächlich zu einem Thriller. Ich hätte das Buch auch ohne Plot-Twist ausreichend interssant gefunden – so werden allerdings Geschehnisse aus der Vergangenheit mit der Gegenwart sinnvoll verknüpft.

Die Frauencharaktere in der Geschichte sind vielschichtig und komplex. Wir sehen, dass das Leben als Frau und Schwarze bei allem immer noch die doppelte Leistung erfordert. Die Konflikte sind hier aber nicht allein gesellschaftlich bedingt, sondern haben sich auch innerfamiliär entwickelt. Happi litt immer unter dem Gefühl neben ihrer glamourösen, erfolgreichen Schwester nie bestehen zu können. Kurz vor dem Tod der älteren Schwester kam es noch zu einem überflüssigen Streit und jetzt lebt Happi mit dem Schuldgefühl. Ximena wiederum musste ihre Liebe zu Kezi vor deren religiösen Pfarrerseltern geheimhalten, Kezis Outing wurde auf einen fernen Zeitpunkt in der Zukunft verschoben, weil die Eltern vor allem um ihren Stellenwert in der Gemeinde besorgt waren.

Durch die Jugendsprache ist das Buch für die Zielgruppe leicht lesbar. Hochinteressant ist die Familiengeschichte und wie sich die Frauen- und Rechte der Schwarzen Gesellschaft über die Jahrzehnte zum Postitiven entwickeln konnten, obwohl es auch heute noch reichlich Luft nach oben gibt. (Vor allem unter dem neuen Präsidenten, das Buch erwähnt noch Obama als amerikanische Führungsperson.)

Info
Autorinnen: Maika Moulite und Maritza Moulite
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Silvia Kinkel und Constanze Wehnes
Loewe Verlag 2021

Flohmarktfund


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