Paper Dragons – Der Aufstieg des zweiten Schattens

Paper Dragons – Der Aufstieg des zweiten Schattens

Zhi Ging geht als „zweiter Schatten“ nach Hok Woh auf die magische Schule unter Wasser, um unsterblich zu werden. Da bisher pro Provinz nur ein Schatten ausgewählt wurde, ist Zhi Ging plötzlich eine Berühmtheit. Sie hat einen Mentor, Freunde und Freundinnen und ein niedliches Küken als Begleitung. Zum ersten Mal hat Zhi Ging das Gefühl angenommen und angekommen zu sein. In ihrem Heimatort Fei Chui war sie als Findelkind die Außenseiterin und nur geduldet. Umso wichtiger ist es, dass sie alle Prüfungen besteht und an der Schule bleiben kann. Allerdings versucht ihre schärfste Konkurrentin, der erste Schatten aus Fei Chui, alles, um Zhi Ging zu sabotieren: im Unterricht, bei den Prüfungen, beim Drachenbootrennen. Und dann verschwinden pötzlich Schüler:innen und es gibt Gerüchte, dass eine dunkle Bedrohung immer näher kommt. Was, wenn es Fui Gwai, der Graue Geist ist?

Furiose Ausstattungsideen, Actionszene an Actionszene, zu Anfang bin ich beim Lesen kaum hinterhergekommen. Alles gleißt, strahlt und schimmert – auch die Heldinnen funkeln mit und verändern je nach Situation die Hautfarbe. Die Cyo B’Ahon, die Lehrenden, passen sogar ihr Alter den Geschehnissen an, sie sind mal alt, mal jugendlich, mal würdevoll, mal groß oder klein; alles ist ständig im Fluss. Es gibt spannende Prüfungen, ein Drachenbootrennen, das an Wednesdays sportlichen Wettkampf auf dem Wasser erinnert, während die Linien auf Zhi Ghings Arm an Harry Potters Narbe erinnern. Das Schulessen an magischen Akademien ist sowieso immer lecker – ein paar Shrimp Cracker sollten beim Lesen in Reichweite sein.

Plot und Spannungsbogen des Romans erinnern an typische Dark-Academia-Romane: Ein Außenseiter/eine Außenseiterin kommt an eine besondere Bildungsinstitution, um Geheimwissen zu erlernen. Das ist natürlich nur ausgewählten Personen erlaubt, die nach der Ausbildung in die elitären Prozesse eingebunden und in die mystische Welt integriert werden. Dann muss allerdings eine Gefahr von außen – oder innen – abgewehrt werden; während daneben noch Konfikte innerhalb der Schüler:innenschaft existieren und belasten. Alles passt. Nur hier ist das Setting nicht im englischen, sondern asiatischen Raum angelegt, was der Geschichte einen besonderen Reiz gibt.

Der erste Band dieser Fantasy-Reihe hat Spaß gemacht, und wir werden Zhi Gings Abenteuer weiterverfolgen. Schließlich müssen hier noch viele offene Fäden zu einem stimmigen Knäuel zusammengeführt werden.

Info
Text: Siobhan McDermott
Übersetzung aus dem Englischen: Maren Illinger
Loewe 2025

Die Autorin wurde in Hongkong geboren und wuchs mit irischer Folklore und chinesischen Legenden auf. Beide Einflüsse wurden in den Paper Dragons verwoben.


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