Nie wieder Frühling

Nie wieder Frühling

Bens Grandma ist auf einer Ranch in Dakota aufgewachsen, trug Cowboystiefel und schoss Pfeile auf Dächer, sie war stark und großherzig. Sie glaubte, dass kleine Füchse, Tomatenbabys, Ben, einfach alle Wesen Liebe brauchen. Deshalb ist auch ihr Gewächshaus der letzte Ort, an dem noch etwas wächst, denn der Frühling bleibt aus, die Landschaft bleibt kahl. Und nun wird Bens liebstes Familienmitglied immer weniger und ist bald tot. An wen soll er sich dann wenden? Der Vater will ihre Leiche zu Forschungszwecken an Cryonics verschachern, die Mutter dreht sowieso durch und erinnert sich bald nicht mehr an Ben. Die Nachrichten vermelden täglich „Globales, ökologisches Desaster … Sterile Zonen jetzt auch in Thailand … Suizidrate auf nie gekanntem Hoch. Ben wird in dieser Welt bald allein sein.

Aber es gibt Hoffnung, Grandma hat vorgesorgt. Der Fuchs kommt und führt Ben in einen Wald mit Farben und Duft, mt einem riesigen Kirschbaum, der auch Blüten trägt. Und dann ist da noch Rachel, die im Nachbarhaus wohnt.

Der Text ist bei all der Düsternis poetisch, zurückgenommen, ruhig. Ben, der Ich-Erzähler trauert leise. Die ganzseitigen anspruchsvollen Illustrationen tragen ihren erheblichen Teil zur Geschichte bei und sind wunderschön. Übergroß sind nur die Menschen, gegen die Ben sich zur Wehr setzen muss. Die Lehrerin, die schwarzen Männer. Eine dystopische Erzählung, untermalt mit zarten Strichen.

Aber für welche Zielgruppe können wir das Buch empfehlen? Angelegt wie ein Bilderbuch und hübsch genug, um die Kleinen zu interessieren, fehlen den großen Vorleser:innen die verständlichen Antworten auf die Fragen der Kleinen. Was wollen die Männer mit der Oma machen, warum ist die Mama so komisch? Was ist Suizidrate und was ein Desaster und woher kommt der Fuchs? Science Fiction zu schwierig für die Kleinen im Bilderbuchalter, aber faszinierend vielleicht für Grundschüler, die aber eigentlich mehr Action und Abenteuer suchen.

Info
Autorin: Sarah Knausenberger
Illustrationen: Kerstin Marie Backes
kunstanstifter 2025


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert