Love Me Tomorrow

Emma Nakamura-Thatcher ist mit der Liebe durch, sie glaubt nur an ihre Geige. Ihre Eltern hatten sich einmal leidenschaftlich geliebt – bis dass der Tod sie scheidet -, jetzt sind sie getrennt und unglücklich. Da wird Emma in einen überraschenden Briefwechsel verwickelt: Der Briefpartner behauptet, aus der nicht zu fernen Zukunft zu schreiben, sie schon immer geliebt zu haben und dass ewige Liebe möglich ist. Emma erfährt, er lebt in Boston, sein wertvollster Besitz ist ein Album (Foto oder Musik?) und er hatte als Kind eine Obsession für Miss Piggy. Mehr gibt der Schreiber nicht preis, denn er darf das „Raum-Zeit-Kontinuum“ nicht stören. Emma zweifelt natürlich, ist aber auch neugierig. Und fängt an zu spekulieren: Ist es Theo ihr bester Freund aus Sandkastenzeiten oder Ezra, der superattraktive Highschool-Geiger? Und dann wäre da noch Colin, arrogant, nicht minder gutaussehend, aber dafür umso reicher?
Die introvertierte Emma, freundlich, hilfsbereit und begabt, trifft auf gutaussehende Männer mit Charisma, Sixpacks und Alleinstellungsmerkmalen, Das klingt erst einmal nach Chicks Lit, und natürlich bleibt sie schlussendlich nicht allein. Aber die Story ist amüsant, die Charaktere sind liebevoll konzipiert, besonders gelungen sind Emmas Großvater Jiji und ihre Freundin Delia. Und meine Sicherheit, wie die Story enden würde, wurde im Lauf der Lektüre brüchiger. Ich musste mich tatsächlich umorientieren – allerdings folgt eine Fortsetzungsband, vielleicht behalte ich ja doch Recht. Im Kopfkino läuft beim Lesen die Verfilmung des Buches als guter amerikanischer Highschool-Film mit.
Nebenbei werden auch Eltern-Jugendliche-Konflikte gestreift, die Vorbehalte und Gewissenskonflikte sind plausibel und nachvollziehbar. Wie es nach dem Schulabschluss weitergehen soll, ihre Zukunftspläne beschäftigen Schüler:innen in der Oberschule nun mal. Hier allerdings auf ganz hohem Niveau, schließlich haben alle Figuren außergewöhnliche Fähigkeiten, sie sind ausgezeichnete Musiker:innen, Künster:innen oder nerdige Spielüberflieger, aber das liest sich unterhaltsam.
Und wir raten mit, welcher der Schönlinge aus der Zukunft schreibt, schließlich wollen alle drei nach Boston und alle haben ein besonderes Album, wer Miss Piggy geliebt hat, hilft nicht weiter.
Die Autorin hat „New York Times-Bestsellerlisten gestürmt“, ihre Bücher sind „Buchclub-Lieblinge von Good Morning America und Reese Witherspoon. Wer auch leichte, vergnügliche Lektüre mag, liest hier gerne mit.
Info
Emiko Jean: Autorin
Michaela Kolodziejcok: Übersetzung aus dem Englischen
Verlag Fischer Sauerländer, 2. Auflage 2026