Starfish

Eliana Elizabeth Montgomery-Hofstein, Platschi oder Wal genannt, wird von ihrer Mutter von einer Diät zur nächsten gequält und mit täglichen Sprüchen zum Abnehmen auf dem Kühlschrank erinnert, dass sie den Erwartungen nicht genügt. Eine „Dicke-Mädchen-Regel“ bestimmt ihr Leben, und natürlich lassen auch die Klassenkameradinnen keine Gelegenheit aus, Ellie wegen ihres Übergewichts zu moppen. Sie hat sich das Länzeln angewöhnt, ein übertriebenes Lächeln, das sich in ein Stirnrunzeln verwandelt, wenn wieder jemand mit überzogenen Forderungen kommt. Wohl fühlt sich Ellie eigentlich nur im Wasser oder wenn sie mit ihrer neuen Freundin Strategien für ein besseres Leben spinnt. Ellie ist dick, aber sie ist nicht unglücklich, weil sie übergewichtig ist, sondern well sie wegen ihres Dickseins geärgert wird. Denn eigentlich mag sich Ellie, wie sie ist. Aber was muss sie tun, damit die anderen sie akzeptieren?
„Ein großartiges Buch über ein großartiges Mädchen“, schreibt der Verlag. Das stimmt. Wir fühlen mit Ellie und erinnern uns an unsere eigenen Gefühlsverletzungen. Ellie ist dick, aber stottern, nicht die richtigen Klamotten, queer sein, es gibt so viele Dinge, die Menschen verleiten, andere auszugrenzen. Deshalb ist Starfish ein wichtiges Buch. Stark verunsichert und immer in Habachtstellung, lernt Ellie langsam, dass Freundschaft hilft, dass es auch verständnisvolle Zuhörende gibt, die sie unterstützen können, ihren Platz im Leben zu finden. Wichtig ist, sich auf die eigene Stärke zu besinnen und sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren. Sie muss sich in Selbstakzeptanz üben. Verändert sie ihr Verhalten, verändert sich ihre Wirkung auf andere, die dann ebenfalls ihr Verhalten anpassen werden. Bis sie letztendlich Arme und Beine zu Seesterngröße ausstrecken und so viel Platz beanspruchen kann, wie sie will, muss sie allerdings noch viele Gespräche führen.
Ellies Geschichte, von der Icherzählerin in Freien Versen als kurze Tagebuch-Kapitel erzählt, macht Mut. Das Seiten-Layout wirkt allerdings erst einmal ungewöhnlich und könnte junge Leser:innen verunsichern. Aber das Buch liest sich wie Prosa, schnell, spannend und ist zudem sehr gut geschrieben.
Info
Autorin: Lisa Fipps
Übersetzung aus dem Englischen: Meritxell Piel
Hanser Verlag 2026