Spielplatzguide Berlin

Spielplatzguide Berlin

Spielplätze sind inzwischen Kunst im öffentlichen Raum, wir sprechen von Spielplatzdesign und -architektur. Und Berliner Kinder haben hier die Qual der Wahl. Sie können in der Stadt in immer wieder neue großartige Szenerien eintauchen, klettern, spielen, buddeln und attraktivste Abenteuerwelten entdecken. Drachenkörper, Märchenschlösser, Hexenhäuser, Zirkusarenen, die manchmal schön, manchmal gruselig oder aufregend hoch und gefährlich sind. Die Kletternetze und Rutschen sind so schwindelerregend, dass Ende oder Beginn kaum zu sehen sind, oder klein genug, dass sich auch Laufanfänger hochziehen können, und es gibt alles für alle Altersstufen.

Zumeist kennen die Kinder nur die Spielplätze in ihrem Kiez, ein Blick über dessen Rand lohnt sich, wie das Buch zeigt. Der „Spielplatzguide Berlin – die genialsten Spielplätze und besten Eisdielen“ ist ein echter Blickfänger (2019 war er nominiert für die Shortlist „Deutschlands schönstes Regionalbuch“), mit tollen Spielplatzfotos, Karten mit Stationen des öffentlichen Nahverkehrs (dann müssen die Erwachsenen nicht mit dem Auto quer durch die Stadt kutschieren), Adressen naher Eisdielen und – auch eine nette Idee – kurzen einführenden Geschichten zum Vor- oder Selberlesen. Es gibt Übernachtungsstipps für Touristen mit Kindern, eine Liste der Berliner Kinderbauernhöfe, Wasser- und Abenteuerspielplätze, Sternenkarten und Rateseiten zu Vögeln und Bäumen. Statistiker*innen können eigene Notizen machen, den Spielplätzen Sterne vergeben oder Listen ihrer Favoriten anlegen. Nett sind auch die Lesetipps und Kurzinfos: laden im Herbst Haselnüsse zum Sammeln ein und wo verkaufen Höfe der Region im Sommerbeeren.

Das Buch ist wirklich praktisch, rundum gelungen, und kann Eltern (und entdeckungsfreudige Großeltern, Pat*innen, Verwandte) lange begleiten, eigentlich bis die Kinder zu groß oder die ersten Holzfiguren verrottet sind. Es kann Kinder inspirieren, ihre eigenen wieder und andere Stadtviertel neu zu entdecken und sich unbekannte Universen zu erschließen.

Eine Anmerkung für die nächste Auflage oder als Hinweis für die lesenden Schleckermäuler gibt es allerdings: z. B. ist die Eisdiele „Nunzio“ in Steglitz jetzt ein Frühstückscafé, heißt Fendricks und serviert Bagels. Es lohnt sich also, vor einem Ausflug die passenden Webseiten für die Additionals anzulaufen, um nicht falsche Erwartungen zu wecken. Die Spielplätze stehen ja in jedem Fall.

Info:
Cindy Ruch: „SPIELPLATZGUIDE BERLIN mit den genialsten Spielplätzen und besten Eisdielen“
Reisedepeschen Verlag, 2019
192 Seiten


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