DIE ECKE

DIE ECKE

Die kleine Rabenkrähe möchte es sich gemütlich machen und richtet sich in einer Ecke ein. Sie geht ihr Projekt achtsam an, abwägend, aus verschiedenen Blickwinkeln und mit viel körperlicher Kraft und Entschlossenheit. Als sie ihren Winkel endlich perfektioniert hat, fühlt sie, dass noch etwas Wichtiges fehlt. Was könnte das bloß sein?

Nein, es ist kein Fernseher, der fehlt, wie ein Buchtroll vermutet hat. Dem Vogel fehlt ein Tier, mit dem es seine Ecke teilen kann.

„Die Ecke“ ist in mehrfacher Hinsicht ein wunderbares Buch für Kleinste und Große. ZO-O, die Illustratorin, hat ihr erstes Bilderbuch grafisch sehr anspruchsvoll gestaltet, so schön, dass auch ältere Kinder bereit sind umzublättern, zu kommentieren, sich aufs Geschehen einzulassen. Kaum Text, wenige Elemente, die sich erst nach und nach zeigen, bauen eine Art Spannung auf und sind zudem einfallsreich und witzig. Der Fokus liegt auf dem schwarzen kleinen Vogel, wie er sich umschaut, die Ecke auf sich wirken lässt, Perspektivwechsel (auch kopfüber) vornimmt, mit seiner ganzen Kraft ein Sofa schiebt. Das wirkt energetisch und strahlt trotzdem viel Ruhe aus. Erwachsene werden schätzen, wie sich die Persönlichkeit des Vogels über die schönen Künste ausdrückt und wie gut das Buch in der Hand liegt. Nicht zuletzt ist auch die Botschaft weihnachtlich (und zeitlos): Krähenvögel sind eben gesellige Tiere und möchten nicht allein sein. Und da „Die Ecke“ auch als lehrreiche Fabel funktioniert: Wir brauchen alle hin und wieder ein Projekt und Gesellschaft.

Info
Illustrationen und Text: ZO-O
Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus 2
021


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