Das Bücherschloss – Das Geheimnis der magischen Bibliothek

Das Bücherschloss – Das Geheimnis der magischen Bibliothek

Die Bücher in der magischen Schloss-Bibliothek verstauben und zerfallen nach und nach, weil kein Kind sie mehr zur Hand nimmt. Genoveva Känuse, Gräfin von Spisenat, der näselnde Geisterritter und ein schwarzer Kater als Leiter der Rettungsaktion erhoffen sich von den neuen Mieter:innen endlich auch die besondere Leserin, die die Bestimmung seit Jahren angekündigt hat. Blöd, dass Professor Ignaz und seine Tochter Becky lediglich Sachbücher für akzeptabel halten und fiktive Geschichten aus Prinzip ablehnen. Vielleicht können aber Hugo und sein Hund Watson helfen, schließlich ist der Schnüffler nach einem schriftstellernden Detektivgehilfen benannt, weil Hugo wenigstens Krimis liest?

Barbara Roses Appell ist deutlich: Kinder lest mehr Prints aller Art. Das ist ja nachvollziehbar, wenngleich es fast nostalgisch anmutet. In der „magischen Bibliothek“ ist von Hörbüchern, eingescannten Manuskripten oder Computern nicht die Rede, hier wird nur staubig recherchiert. Und dabei ist digital gerade in der Zeit zwischen der Kindheit von Beckys Mutter Olivia, die so viel gelesen hat, dass die drei oben erwähnten Gestalten direkt aus den Büchern schlüpfen konnten, und Becky sehr viel passiert. Entschleunigt ist die ansonsten ganz nette Geschichte des ersten Bandes der „neuen wundervoll-magischen Abenteuerreihe für Mädchen“ sowieso. (Häh? Kann die Welt der Bücher nur von einem Mädchen gerettet werden? Ist das so ein rosa Einhorn-Ding? Ist das Buch deshalb so langsam?) Immerhin hat hier ein Junge nicht nur eine tragende, sondern die zart vorantreibende Rolle. Der Plot nimmt ja nicht viel Fahrt auf in diesem ersten Band: Als die beiden Kinder auf die magischen Wesen treffen, ist das Buch schon bald am Ende angekommen und es wird auf das nächste Abenteuer verwiesen – das hoffentlich etwas handlungsreicher und schneller ist.

Hätten Kinder eine Bibliothek gesund lesen müssen, die aus Werken wie „Das Bücherschloss“ besteht, wäre Rettung schwierig, denn die Viellesenden wären vermutlich eingeschlafen. Dabei sind die Zeichnungen wirklich sehr hübsch, das Schauenswerte am Buch. Aber: Der pfeiferauchende Professor ist eben auch ein Klischee.

Autorin: Barbara Rose; Illustrationen von Annabelle von Sperber
Loewe 2021


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