Arlo Finch – Im Tal des Feuers

Arlo Finch – Im Tal des Feuers

Arlos Vater ist untergetaucht, weil die US-Regierung ihn beschuldigt, ein Whistleblower zu sein. Arlo zieht also ständig um, weil seine Mutter keine Arbeit findet, und er landet zuletzt mit Mutter und Schwester bei Onkel Wade im abgeschiedenen Bergdorf Pine Mountain. Schnell wird klar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht und Arlo irgendwie in die Geschehnisse verwickelt ist. Die Ranger laden ihn ein, ihrer Gruppe beizutreten und nach ihren Regeln durch den Wald zu streunen: „Wahrhaftig, tapfer, gütig, treu, Hüter zugleich von alt und neu“. Arlos Pfadfinderfähigkeiten sind allerdings eher unterentwickelt, zwei neue gute Freunde, um deren Kenntnisse es weit besser bestellt ist, helfen aber, wo sie können, auch mit unorthodoxen Mitteln. Denn im magischen Wald existieren seltsame Tiere und Gestalten, auf wilden Wegen, die in die Irre führen.

Die Arlo-Finch-Trilogie ist so spannend, dass es besser ist, auch die weiteren zwei Bücher in der Nähe zu wissen. John August schreibt Fantasy für ab 10-Jährige, die auch Erwachsene gerne vor- oder mitlesen. Die Geheimnisse werden zwar so entschlüsselt, dass es auch möglich wäre die Bücher separat oder in einer anderen Reihenfolge zu lesen, aber das wäre nur der halbe Spaß. Arlo hat keine Superkräfte, er lernt, sammelt Erfahrungen und wird besser. Sich den schrecklichen Gefahren zu stellen, geht aber nur gemeinschaftlich. Die Botschaft lautet: Wichtig ist Freundschaft, Mut, Solidarität. Ein wenig seltsam muten zwar die Ranger-Rituale an, sie üben aber auch eine gewisse Faszination aus. Vermutlich werden sich die Lesenden sofort „Ranger-Abzeichen“ basteln, für die Rindenerkennung, Monsterkunde oder das Feuermachen. Es gäbe Schlimmeres. Denn schließlich schaden „Kenntnisse über die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Waldmonster nicht“, denn sie verhindern schließlich, „dass dein unvergessliches Abenteuer ein grausiges Ende nimmt“.

Die Sprache ist klar, mitunter ironisch, nicht ausgeprägt jugendsprachlich, aber der Zielgruppe angemessen. Die eingestreuten Schwarzweiß-Zeichnungen haben Fantasy-Charakter und sind nett anzuschauen, haben aber wenig unterstützende Funktion. Das Buch hätte prima ohne zeichnerische Elemente funktioniert, sie sind aber ein nettes I-Tüpfelchen.

Info
Autor: John August
Aus dem amerikanischen Englisch von Wieland Freund und Andrea Wandel
Illustrationen: Helge Vogt
Arena Verlag


Band 2: Arlo Finch – Im Bann des Mondsees
Band 3: Im Königreich der Schatten


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