Elbendunkel (Band 2); Kein Weg zu dir

Elbendunkel (Band 2); Kein Weg zu dir

„Aber in diesen Stunden war er noch fern, wurde verschluckt von dem samtenen Mantel der Nacht, erstickt von Küssen und Liebkosungen, bis die Sterne verblassten und die ersten Sonnenstrahlen über schweißbedeckte Laken glitten, um in den ineinander verschlungenen Körpern das Bewusstsein zu wecken. (S. 189)

2044, San Francisco: Menschen, Licht- und Dunkelelben leben mehr gegen- als miteinander. Die menschliche Elbensicherheitsbehörde (ELO) kontrolliert die Institute, in die Elbenkinder ab sieben zur Erziehung eingewiesen werden. Während die Lichtelbenkinder nur gechippt und tätowiert werden, wird den Dunkelelbenkindern ein Tyriumtransponder implantiert, um ihren Aggressionsparamenter im Blick zu behalten. Übersteigt dieser den angesetzten Wert, kann die Person getötet werden. Rebell:innen der Elben rüsten sich endlich für den Kampf, um eine neue, gerechtere Ordnung durchzusetzen. Ash und Darel, ehemals Liebende, nun vermeintlich Geschwister und Gegner:in, schließen sich dem Kampf an, mit jeweils eigenen Interessen.

Hier wird kein Bewusstsein geweckt (s. o.), sondern eher eingeschläfert. Schon der Titel „Elbendunkel – Kein Weg zu dir“ weist die Richtung. Hier handelt es sich um ein Teenie-Fantasy/Scifi-Drama mit allen gefühligen Liebeswendungen: hingebungsvolle, bedingungslose Liebe bis zur Seelenverwandschaft, unterdrückte Leidenschaften, Eifersüchte und Empfindungsverwirrungen – und von allem überreichlich. Der ungeheure Wortschwulst ist stellenweise durchaus unterhaltsam. Ich habe gerne vorgelesen, um fröhliches Gelächter zu ernten, wenn sie „eins werden“ wollen, sich ihre Lippen hungrig finden oder „Die Pigmente des Glücks wie buntschillernde Seide über den Herzen liegt“.

Und dabei ist das Buch eigentlich auch spannend, der Plot sehr einfallsreich und sogar gesellschaftskritisch. Die rasante Handlung treibt die Lesenden voran, der Cliffhanger macht Lust auf mehr Story und die hilfreiche Übersicht beweist, wie viel Potenzial Rena Fischers „Elbendunkel“ hat/haben könnte. Die Lesenden müssen eben selbst entscheiden, ob sie für eine gute Geschichte über Worthülsen hinweglesen können – wenn ja, dann aber bei Band 1 (Elbendunkel – Kein Weg zurück) starten!

Info:
Elbendunkel – Kein Weg zu dir
von Rena Fischer
Planet!, 2021, 496 Seiten
Ab 14 Jahre


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